Vertical Kilometer (VK) mit Stöcken: Technik, Material und zu vermeidende Fehler

1.000 Höhenmeter. Die kürzestmögliche Distanz. Gegen die Uhr. Der Vertical Kilometer ist vielleicht die reinste Bergprüfung überhaupt: keine taktische List möglich, keine Wartestrategie. Nur Sie, der Hang und zwei Stöcke, um die Zeit zu jagen.

Was ist ein VK?

Der Vertical Kilometer (VK), wie ihn die FFA definiert, ist ein Bergrennen über 1.000 positive Höhenmeter auf dem kürzestmöglichen Weg, mit einer Maximaldistanz von 5,5 km. In der Praxis liegen die Strecken zwischen 1,9 km (der mythische VK von Fully in der Schweiz mit 50% Durchschnittssteigung) und 4,5 km. Die Starts erfolgen gestaffelt, alle 15 bis 30 Sekunden — ein reines Zeitfahren. Die Steigung kann auf manchen Passagen 60% übersteigen.

In der physiologischen Intensität vergleicht sich der VK mit einem 10-km-Straßenlauf gemischt mit Cross. Die Herzfrequenz fällt fast nie ab. Die Anstrengung ist maximal, anhaltend, ohne mögliche Pause. Der Weltrekord der Männer liegt bei 28'48 (Kilian Jornet, Norwegen, 2021).

Stöcke im VK: unverzichtbar oder optional?

Unverzichtbar. Der VK von Fully sagt es ausdrücklich: „Die Nutzung der Stöcke ist unerlässlich“ angesichts der Steigung über 50%. Auf den ultrasteilen Passagen berühren die Hände fast den Boden. Die Stöcke werden zur Verlängerung der Arme, zum fünften und sechsten Bein, das die Stützpunkte vervielfacht und einen Schub auf einer Fläche erlaubt, die die Füße allein nicht mehr meistern.

Im VK dienen die Stöcke vor allem dazu:

  • Nach oben zu drücken, im simultanen Doppelschub auf den steilsten Passagen
  • Die Waden zu entlasten — den am stärksten beanspruchten Muskel bergauf — durch Umverteilung eines Teils der Anstrengung auf Trizeps und Schultern
  • Das Gleichgewicht zu halten auf unregelmäßigem Boden (Steine, Wurzeln, nasses Gras)
  • Den Rhythmus zu takten: Das regelmäßige Einsetzen der Stöcke hilft, auch in körperlicher Not eine konstante Kadenz zu halten

Technik: der Doppelschub im VK

Auf Steigungen über 30-40% ist die bevorzugte VK-Technik der simultane Doppelschub: Beide Stöcke werden zusammen eingesetzt, leicht vor dem Schwerpunkt, und drücken zusammen nach unten und hinten, um den Körper nach oben zu treiben. Diese Technik mobilisiert massiv Trizeps, Schultern und Rückenmuskeln — Muskeln, die am Anfang eines VK noch frisch sind und die Beine entsprechend entlasten.

Auf sanfteren Hängen (15-25%) bleibt der klassische Wechsel — linker Stock / rechter Fuß, rechter Stock / linker Fuß — energiesparender und erlaubt einen gleichmäßigen Rhythmus auf Dauer.

Der häufigste Fehler: die Stöcke zu weit vorn einsetzen, was eine Bremskraft statt einer Antriebskraft erzeugt. Am steilen Anstieg müssen die Stöcke direkt vor dem bergseitigen Fuß eingesetzt werden, nicht darüber hinaus.

Stockeinstellung für den VK

Am anhaltenden Anstieg erleichtern etwas kürzere Stöcke als üblich den Schub nach vorn und oben. Die Faustregel: bergauf die Länge um 5 bis 10 cm gegenüber der Nordic-Walking-Länge in der Ebene reduzieren. Mit nicht verstellbaren einteiligen Stöcken wählt man eine für den Anstieg optimale Länge — oft die richtige Wahl auf einem VK, der aus nichts anderem besteht.

Das ideale Material für den VK

Im VK gelten maximale Leichtigkeit und Steifigkeit:

  • Material: 100% Carbon, in höchstmöglicher Qualität. Ein Stock, der bei maximalen Schüben nachgibt oder vibriert, verliert Energie und riskiert den Bruch unter wiederholter Last.
  • Gewicht: unter 150 Gramm pro Stock. Auf einem 30-Minuten-VK bei maximaler Anstrengung spürt man das Gewicht in den Armen von den ersten Minuten an.
  • Spitzen: Wolframcarbid. Auf Erd- und Nassgras-Passagen muss der Halt perfekt sein. Die Gummipads kann man zu Hause lassen: Auf einem VK gibt es keinen Asphalt.
  • Schlaufen: bequem, weder zu eng (Durchblutung) noch zu locker (Instabilität). Vermeiden Sie einfache Handschlaufen — bei einem Sturz an 50% Steigung ist ein am Handgelenk hängender Stock gefährlich.

Die MØNARC® Arcs de Marche®, aus T700-Carbon, mit 140 Gramm pro Stock, Gabel-Schlaufen und Wolframcarbid-Spitzen, entsprechen genau diesem Anforderungsprofil.

VKs in Frankreich und Europa: wo starten?

Der VK-Kalender ist in Europa gut gefüllt:

  • VK von Fully (Schweiz): der schnellste der Welt — 1.920 m Distanz, 50% Durchschnittssteigung. Nächste Ausgabe am 26. September 2026.
  • VK von Fully (Rekord): 28'48 (Kilian Jornet, Mandalen, Norwegen, 2021 — inoffiziell)
  • Zahlreiche VKs in den FFA-Bergrennserien der Alpen, Pyrenäen und des Zentralmassivs
  • Eigene Prüfungen im Rahmen der Skyrunner World Series

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